In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde von Dr. F. A. Schelling die Hypothese einer venösen Ursache der MS aufgestellt.[schelling86]
Die vorgeschlagene venöse Hypothese der MS beruht darauf, dass das venöse Blut Probleme hat, aus dem Gehirn wieder zurück zum Herzen zu fliessen. Ursache sei zum Beispiel eine Stenose der Vena azygos oder der Vena jugularis interna (innere Drosselvene), die beide das Blut aus dem Gehirn und dem oberen Rückenmark drainieren. Es käme zu einem Rückstau und damit zu einem Ödem um die Hirnvenen herum, wobei vermutlich auch die Blut-Hirn-Schranke in Mitleidenschaft gezogen würde.[simka09a]
Prof. Zamboni hat bei der inneren Drosselvene bei 91% und bei der Vena Azygos bei 86% bei 65 untersuchten MS-Betroffenen Blockaden gefunden. Keine solchen Blockaden konnte er bei der 235-köpfigen Kontrollgruppe ohne MS finden.[zamboni09b]
Jeder MS-Patient scheint eine CCSVI zu haben und nicht MS-Betroffene nie: 100 Betroffene bei 235 Kontroll-Personen in Italien (Zamboni), 15 in den USA (Dake), 9 in Polen (Simka). Aktuell werden 1700 Patienten und Kontroll-Personen vom Jacobs Neurological Institute in Buffalo, USA im Rahmen der CTEVD Studie unter der Leitung von Prof. Robert Zivadinov untersucht. Die Studie dauert zwei Jahre und die Publikation der Resultate ist in 2011 zu erwarten.[prep_ctevd09]

Die Graphik stellt eine Stenose der inneren Drosselvene und den Verlauf des Blutgefässes hin zu den "Dawson fingers" dar.
Das Copyright dieser Graphik liegt bei Arne Kaminsky, NZ, 2009 und unterliegt nicht der Creative Commons Lizenz.
Hier sind die wichtigsten Fachwörter der venösen Multiple Sklerose (MS) aufgelistet.
Die chronic cerebrospinal venous insufficiency (engl.) oder, die chronische cerebrospinale venöse Insuffizienz (de.) ist eine chronische Erkrankung, bei welcher das Blut vom Hirn und Rückenmark Probleme hat, ordentlich zurück zum Herzen zu fließen. Das wird verursacht durch eine Stenose (Verengung/Blockade) in den Venen, welche für diesen Rückfluss vom Rückenmark und Gehirn verantwortlich sind. Das Blut benötigt (bei einer CCSVI/Stenose) mehr Zeit um zurück zum Herzen zu gelangen, es kann auch den falschen Weg zurück zum Gehirn/Rückenmark fließen, oder es verursacht ein Ödem und ein Auslaufen von Flüssigkeit und roten Blutzellen durch die Gefäßwände, in das empfindliche Gewebe von Hirn und Rückenmark. Blut welches zu lange im Gehirn verweilt verursacht insgesamt ein „verlangsamtes Pumpen“ ...eine Verzögerung beim Verlassen des sauerstoffarmen Blutes aus dem Kopf sozusagen, was dann wiederum zu einen Mangel an Sauerstoff (Hypoxie) im Gehirn führen kann. Im Hirngewebe abgelagertes Plasma und Eisen vom Blut sind auch sehr schädigend.